Medizinisches Angebot

Die Abteilung für Viszeralchirurgie deckt  ein breites Behandlungsspektrum der allgemeinen Chirurgie, der Chirurgie der Bauchorgane, der Bauchwand und der endokrinen Drüsen ab.

Die besonderen Schwerpunkte der Abteilung sind im Folgenden dargestellt. Sollten sie Fragen haben, ist eine Kontaktaufnahme (Tel.: 0234-302-3035, e-Mail: viszeralchirurgie@bergmannsheil.de) mit unseren Ärzten jederzeit möglich. 

 Minimal-invasive Chirurgie

In der Abteilung für Viszeralchirurgie des Bergmannsheils werden seit vielen Jahren  laparoskopische Operationen, sogenannte Schlüsselloch- oder MIC-Verfahren (Minimal Invasive Chirurgie), durchgeführt. Über kleine Hautschnitte werden Arbeitshülsen (Trokare) durch die  Bauchwand bis in die Bauchhöhle platziert. Dann wird die Bauchhöhle  über den ersten Trokar mit Gas (Kohlendioxid) gefüllt und über weitere Arbeitszugänge können eine Kamera mit Verbindung zu einer HD-Videoeinheit und weitere Arbeitsinstrumente platziert werden. Diese sog. Schlüsselloch-Operationstechniken wurden in den zurückliegenden Jahren ständig weiterentwickelt. Dadurch ist es möglich geworden, immer größere und kompliziertere Operationsverfahren für den Patienten immer schonender durchzuführen.

Die minimal- invasiven Operationsverfahren sind für den Patienten sehr vorteilhaft. Die Patienten haben weniger Wundschmerz, sind schneller zu mobilisieren, der Blutverlust ist gering, der Kostaufbau kann schneller erfolgen und der Patient kann das Krankenhaus früher verlassen. Insgesamt  ist der Heilungsprozess für den Patienten spürbar beschleunigt. Das Auftreten von Narbenhernien wird im Langzeitverlauf deutlich reduziert.

Diese Behandlungskonzepte, die neben der minimal-invasiven Operation noch aus weiteren Behandlungsschritten wie schneller Mobilisierung, optimierter Analgesie und frühzeitigem Kostaufbau bestehen, sind unter dem Begriff der Fast-Track-Chirurgie ( ´schnelle Spur´) bekannt geworden.

Trotz dieser für den Patienten sehr positiven Entwicklungen auf dem Gebiet der laparoskopischen Chirurgie sind diese  Verfahren  nicht für alle Patienten und alle Erkrankungen geeignet. Auch heute sind noch viele Erkrankungen ausschließlich über eine Operation mittels Bauchschnitt durchführbar.

Vor der Operation werden die möglichen Therapieoptionen mit dem Patienten besprochen. Es werden die Vorteile der einzelnen Verfahren aufgezeigt, und es wird für jeden einzelnen Patienten ein individuelles Behandlungskonzept festgelegt.

Durch das Vorhandensein der neuesten Instrumente und der neuesten HD-Technik sowie die umfassende, langjährige Expertise und ständige interne und externe Weiterbildung der Operateure können wir laparoskopische Operationen auf höchstem Niveau anbieten.

Sollte es zu Komplikationen bei der Operation kommen, oder finden sich Auffälligkeiten im postoperativen Verlauf, stehen in unserer Klinik 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten eines Krankenhauses der Maximalversorgung zur Verfügung.

 Diagnostische Bauchspiegelung bei unklaren Beschwerden

Bei einigen Patienten können trotz aufwendiger Diagnostik wie z.B. Computertomographie, Laboruntersuchungen oder Sonographie unklare intraabdominelle Befunde vorliegen.

Im Rahmen der diagnostischen Eskalation verfügen wir über die Möglichkeit einer diagnostischen Bauchspiegelung zur Erhebung des intraabdominellen Status. Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.

Zur Durchführung des Eingriffes wird unterhalb des Bauchnabels ein kleiner Hautschnitt angelegt und hier eine Arbeitshülse platziert. Die Bauchhöhle wird nun mit Gas aufgefüllt und kann über eine HD-Video-Einheit dargestellt werden. In Abhängigkeit der Befundkonstellation können weitere Arbeitshülsen zur Platzierung von Instrumenten zur weiteren Untersuchung der Bauchhöhle eingebracht werden. Der krankhafte Befund kann somit in der gleichen Operation behandelt werden.

Nach der Bauchspiegelung ohne weitere Maßnahmen kann der Patient zügig den Kostaufbau beginnen und nach ca. 1 – 2 Tagen stationärer Behandlung entlassen werden.

 Behandlung bei Verwachsungen

Durch abdominelle Voroperationen, vor allen Dingen nach einem Leibschnitt, kann es zu Verklebungen der Organe in der Bauchhöhle untereinander kommen. Bei Verklebungen zwischen den Dünn- oder Dickdarmschlingen können Passagestörungen und im schlimmsten Fall ein Darmverschluss resultieren. Durch präoperative Untersuchungen wie z. B. konventionelle Röntgenaufnahmen, ggf. ergänzt durch eine Computertomographie, Ultraschall und Laboruntersuchungen, kann dieses Beschwerdebild sehr eingegrenzt werden. Bei vielen Patienten ist es möglich, durch eine Bauchspiegelung simultan einen Befundstatus zu erheben und diese Verwachsungen zwischen den Darmschlingen zu lösen.

Hierzu wird in Abhängigkeit der Voroperation eine Arbeitshülse in die Bauchhöhle eingebracht. Die Bauchhöhle wird mit Gas gefüllt und der intraabdominelle Situs wird über eine HD-Video-Einheit dargestellt. Es können nun weitere Arbeitshülsen unter Sicht platziert werden. Über diese Arbeitshülsen können Instrumente in die Bauchhöhle eingebracht werden und die Verwachsungen können gelöst werden.

Nach der Operation wird der Patient in Abhängigkeit des operativen Vorgehens schrittweise kostaufgebaut. Der Patient kann in der Regel nach 2 – 4 Tagen die stationäre Behandlung verlassen.

Bei einigen ausgewählten Fällen ist das Lösen von Verwachsungen nicht mit der Spiegelungstechnik möglich, hier ist dann eine erneute offene Operation mit Leibschnitt indiziert.

Das genaue Vorgehen wird jedoch anhand der präoperativ vorliegenden Befunde vor der Operation individuell mit dem Patienten besprochen.

 Behandlung bei Erkrankungen der Speiseröhre

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein ringförmiger Muskelschlauch, der den Rachenraum mit dem Magen verbindet. Patienten mit Erkrankungen der Speiseröhre können in der Regel nicht mehr richtig schlucken. Manchmal kommt es auch zu Aufstoßen, Schmerzen oder Brennen hinter dem Brustbein.

Schluckstörungen sind ein Alarmsignal und sollten unbedingt durch einen Spezialisten abgeklärt werden.

Im Folgenden sind die wichtigsten Erkrankungen der Speiseröhre dargestellt.

Achalasie:

Bei der Achalasie ist der Muskel zwischen dem unteren Ende der Speiseröhre und dem Mageneingang zu kräftig bzw. er kann nicht mehr richtig erschlaffen. Dauert dieser Zustand lange an, so wird die Speiseröhre davor erheblich aufgeweitet und es kommt zu Passagestörungen.

Die Behandlung besteht in der Regel durch Einnahme von Medikamenten, Dehnungen des Ringmuskels oder auch durch eine Operation. Hierbei wird  der Ringmuskel gespalten. Dies kann in den allermeisten Fällen in minimal invasiver Technik erfolgen. Die enge Kooperation mit den hiesigen Gastroenterologen ermöglicht im Einzelfall eine differenzierte Therapie.

Refluxkrankheit:

Siehe Behandlung von Sodbrennen.

Gutartige Geschwülste der Speiseröhre:

Diese seltenen, gutartigen Tumore können oftmals in minimal invasiver Technik über kleine Schnitte im Brustkorb aus der Speiseröhrenwand ausgeschält werden.

Wandausstülpung der Speiseröhre (Divertikel):

Bei manchen Patienten kommt es zu Wandausstülpungen der Speiseröhre, entweder im oberen Anteil (sog.  Zenker-Divertikel) oder im unteren Anteil (sog. epiphrenische Divertikel). Die Patienten bemerken oftmals Schluckstörungen oder Aufstoßen mit Hochwürgen von unverdauter Nahrung.

Eine medikamentöse Therapie ist hier nicht möglich.

Wir bieten für diese Erkrankungen mehrere Operationsmethoden an. Bei den im oberen Anteil der Speiseröhre lokalisierten Divertikeln kann eine Therapie über eine Spiegelung und Abtragung mit einem Klammernahtgerät vom Rachenraum aus, ohne Schnitt am Hals, erfolgen. Als Alternative ist die offene Abtragung über einen kleinen Hautschnitt am Hals möglich. Das individuelle Vorgehen wird im Einzelfall mit den hiesigen Gastroenterologen und dem Patienten besprochen.

Bei Divertikeln im unteren Anteil der Speiseröhre erfolgt die Abtragung in minimal invasiver Technik vom Bauchraum aus.

Die Patienten müssen lediglich 2-4 Tage in der Klinik verweilen.

Speiseröhrenkrebs:

Bösartige Tumore in der Speiseröhre nehmen in den letzten Jahren weltweit zu. Man unterteilt sie nach ihrer Lokalisation in der Speiseröhre und ihrer Tumorart. Sollte ein solcher Tumor über eine Spiegelung der Speiseröhre und simultane Probeentnahme diagnostiziert worden sein, so sind zunächst weitere Untersuchungen notwendig. Bei diesem sog. Staging wird die Tumorgröße und Eindringtiefe in tiefere Wandschichten der Speiseröhre und das Vorhandensein von Lymphknotenabsiedelungen oder Fernmetastasen untersucht. Dann wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz das weitere Vorgehen im Einzelfall festgelegt. Als Therapieoptionen sind die sofortige Operation, die Kombination aus Strahlen- / Chemotherapie mit nachfolgender Operation, die alleinige Strahlen- / Chemotherapie oder die alleinige Chemotherapie zu nennen. Bei sehr kleinen Tumoren kann auch eine endoskopische Abtragung erwogen werden.

Die eigentliche Operation kann entweder ganz oder auch teilweise (sog. Hybrid-Operation) in minimal invasiver Technik erfolgen.

 Behandlung bei Erkrankungen des Magen

Der Magen ist ein kräftiger Muskelschlauch, der die Speise nach Passage durch die Speiseröhre aufnimmt, zerkleinert und mit den dort gebildeten Verdauungsenzymen vermischt. Dadurch werden die Nahrungsbestandteile aufgespalten und später in den Dünndarm abgegeben. Magenerkrankungen machen sich durch Bauchschmerzen, Brennen oder Druckgefühl im Oberbauch bemerkbar. Als Ursache kommen Magenschleimhautentzündungen (häufig), Magengeschwüre (seltener), oder auch Magenkrebs (selten) in Frage.

Wenn Sie Magenbeschwerden haben und diese nach anfänglicher Behandlung nicht weggehen, sollten Sie einen Spezialisten aufsuchen und eine Magenspiegelung durchführen lassen. Man kann bei der Magenspiegelung eine Entzündung der Schleimhaut feststellen, Proben entnehmen und das Vorliegen eines Krebses (Karzinom) ausschließen.

Magenschleimhautentzündung

Diese wird in der Regel durch Ihren Hausarzt behandelt und heilt meist mit Medikamenten folgenlos aus. Manchmal ist eine Antibiotikaeinnahme zum Abtöten von bestimmten Magenbakterien (Helicobacter pylori) erforderlich.

Magengeschwür

Auch Magengeschwüre können heute meist mit Medikamenten ausreichend und kausal behandelt werden. Geschwüre im Magen, häufiger im Zwölffingerdarm, werden meist durch Besiedlung des Magens mit einem speziellen Keim (Helicobacter pylori) verursacht. Dieser Keim kann durch Antibiotikagabe bekämpft werden - verschwindet er, heilen auch die Geschwüre ab.

Manchmal muss wegen Komplikationen des Magengeschwürs dennoch operiert werden. Dies ist bei Durchbruch (Perforation) des Magengeschwürs oder bei sonst nicht stillbaren Magenblutung erforderlich. Entfernungen von größeren Anteilen des Magens sind in diesen Fällen jedoch kaum je notwendig. Oftmals können diese Eingriffe in minimal invasiver Technik durchgeführt werden.

Gutartige Tumore des Magens

Gutartige Tumore werden in der Regel mittels Operation entfernt. Diese kann oft in Schlüsselloch-Technik, also mit kleinen Einschnitten, wenig belastend für den Patienten, erfolgen.

Magenkrebs

Wenn ein Magenkarzinom erkannt wird, ist es sehr wichtig die Tumorgröße und -ausdehnung festzustellen sowie die Frage zu klären, ob bereits Tochtergeschwülste (Metastasen) vorliegen.

Nach diesem sog. Staging wird in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz das individuelle Vorgehen für jeden Patienten festgelegt. Entweder erfolgt  eine Vorbehandlung, in diesem Fall eine Chemotherapie, um den Tumor und etwaige Absiedelungen z.B. in Lymphknoten zu verkleinern oder abzutöten, mit nachfolgender Operation, oder es erfolgt sofort die Operation.

Bei Magenkrebs wird in der Regel der gesamte oder der größte Teil des Magens entfernt. Aus dem Dünndarm wird dann ein Ersatzmagen gebildet. Wichtig ist auch die systematische Entfernung des umgebenden Gewebes zusammen mit den möglicherweise beteiligten Lymphknoten. In vielen Fällen kann dieser Eingriff in minimal invasiver Technik durchgeführt werden.

Wenn der Krebs komplett entfernt werden kann, sind die Aussichten für den Patienten in der Regel gut. In vielen Fällen kann eine langfristige Heilung erreicht werden.

Nach der Operation erfolgt ein stufenweiser Kostaufbau, welcher in der Regel gut vertragen wird. Nach Erhalt der Histologie wird das weitere Vorgehen erneut in der Tumorkonferenz besprochen.

 Behandlung bei Erkrankungen der Gallenblase

Die häufigste Indikation zur  Entfernung der Gallenblase ist das Vorhandensein von symptomatischen Gallensteinen in der Gallenblase. Gallensteine entstehen meistens in der Gallenblase, können diese jedoch auch verlassen und sich in den Gallengängen einklemmen. Dies kann zu erheblichen Komplikationen, wie zum Beispiel einer Bauchspeicheldrüsenentzündung, führen. Viele Menschen haben heutzutage Gallensteine, welche keine Symptome hervorrufen. Sollte es jedoch zu Beschwerden kommen, wie z. B. Schmerzen im rechten Oberbauch nach Nahrungsaufnahme sowie akuter oder chronischer Entzündung der Gallenblase mit Schmerzen, ist die Entfernung der Gallenblase notwendig.

Eine weitere, seltene Indikation sind gutartige Gallenplasenpolypen, welche jedoch ab einer gewissen Größe  bösartig entarten können. In sehr wenigen Fällen kann sich in der Gallenblase auch ein Karzinom bilden.

Im Rahmen Gallenblasenentfernung in minimal invasiver Technik werden vier Arbeitshülsen im Bereich der Bauchhöhle platziert. Die Gallenblase wird nun auf dem HD-Videomonitor dargestellt.  Es wird nun der Gallengang (Ductus cysticus) sowie das Blutgefäß der Gallenblase (A. cystica) zwischen Kunststoffclips verschlossen und die Gallenblase aus ihrem Bett herauspräpariert. Sie wird danach in einen Bergebeutel verbracht und aus der Bauchhöhle entfernt. In den allermeisten Fällen kann dieser Eingriff mit dieser Technik werden.

Kurz nach der Operation kann der Patient mit dem Kostaufbau beginnen, auf Stationsebene mobilisiert werden und in der Regel nach zwei bis drei Tagen das Krankenhaus wieder verlassen.  Nach der Operation sind hinsichtlich der Ernährung keine Einschränkungen notwendig.

Sollte sich ein Gallenstein im Gallengang einklemmen, kann in unserer Klinik jederzeit vor oder nach der Operation eine endoskopische Entfernung (ERCP) der Gallensteine aus dem Gallengang erfolgen.

Als Kontraindikationen für das laparoskopische Vorgehen sind ausgeprägte Voroperationen mit Verwachsungen in der Bauchhöhle, deutliche Einschränkungen der Herz-, Kreislauf- und der Lungenfunktion sowie schwerste Entzündungszustände zu nennen. In diesem Fall wird entweder der Eingriff konvertiert und über einen Rippenbogenrandschnitt rechts beendet oder primär das offene Vorgehen gewählt. Auch dieses Vorgehen ist für den Patienten gefahrlos möglich. Die Entscheidung über das Vorgehen wird im Einzelfall entschieden und mit dem Patienten ausführlich vor der Operation besprochen.

 Behandlung bei Erkrankungen der Leber

In der Leber können sich gutartige und bösartige Tumore entwickeln. Gutartige Tumore können unter Umständen im zeitlichen Verlauf auch bösartig werden. Bei den bösartigen Tumoren unterscheidet man die vom Lebergewebe ausgehenden Tumore und Absiedelungen von anderen Tumoren im Körper, sogenannte Metastasen.

Des Weiteren können sich auch gutartige Zysten in der Leber bilden, die aufgrund ihrer Größe andere Organe komprimieren können und dadurch Probleme verursachen.

Die genaue Diagnose wird durch bildgebende Verfahren, wie z.B. Ultraschalluntersuchung mit Kontrastmittel, Computertomographie, Magnetresonanztomographie oder Ultraschall von innen während einer Magenspiegelung, gestellt. Unter Umständen kann auch die CT- oder sonographie-gesteuerte Punktion zur genauen Einordnung des Tumors notwendig werden.

Das weitere Vorgehen wird dann in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Es wird hier für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept erstellt.

Leberoperationen werden in den meisten Fällen, vor allem aber bei bösartigen Erkrankungen, offen chirurgisch über einen Leibschnitt behandelt. Bei gutartigen Erkrankungen (z.B. Leberzysten) oder bei bösartigen Erkrankungen in besonderen Fällen kommen auch minimal invasive Verfahren zur Anwendung.

 Behandlung bei Erkrankungen der Milz

Die Milz ist ein in den Blutkreislauf eingebundenes Organ, welches im linken Oberbauch liegt. Die Milz hat mehrere grundlegende Aufgaben. Zum einen dient sie der Vermehrung und Speicherung der weißen Blutkörperchen, zum anderen der Aussonderung überalterter roter Blutkörperchen. Sie hat wichtige Funktionen im Immunsystem. Milzerkrankungen sind selten.

Im Rahmen solcher seltenen Erkrankungen ist teilweise zu therapeutischen, teilweise zu diagnostischen Zwecken die Entfernung der Milz notwendig. Dies ist in den allermeisten Fällen problemlos laparoskopisch möglich.

Hierfür wird der Patient in Narkose auf einer speziellen Vakuum-Matratze in Rechtsseitenlage gebracht. Es können nun über die linke Flanke mehrere Trokare in der Bauchhöhle platziert werden.

Die Milz wird nun freipräpariert und die versorgenden Blutgefäße werden mit einem  Klammerschneidegerät (Stapler) sicher abgesetzt. Über einen ca. 6-8 cm langen Hautschnitt wird die Milz, welche zuvor in einen Bergebeutel verbracht wurde, aus der Bauchhöhle entfernt. Nach der Operation wird ein Kunststoffschlauch (Drainage) im Operationsgebiet platziert, um Wundsekret abzuleiten. Diese wird nach 2-3 Tagen entfernt.

Nach der Operation kann der Patient zügig mit dem Kostaufbau beginnen und in der Regel am 3. bis 5. Tag das Krankenhaus verlassen. Nach der Operation sind engmaschige Blutbildkontrollen sowie die Fortführung einer präoperativ begonnenen speziellen Impfung notwendig. Das weitere Vorgehen wird in Abhängigkeit des pathologischen Befundes interdisziplinär festgelegt.

Abzugrenzen hiervon sind die akuten Milzverletzungen mit starker Blutung in die freie Bauchhöhle, welche in den allermeisten Fällen eines offenen Operationsverfahrens mit Leibschnitt bedürfen.

 Behandlung bei Erkrankungen des Dünndarms

Operativ zu behandelnde Erkrankungen des Dünndarmes sind eher selten.

Bei gutartigen Tumoren (z.B. Polypen) oder anderen gutartigen Erkrankungen des Dünndarmes (z.B. Meckel-Divertikel, M. Crohn) können Dünndarmteilresektionen in minimal invasiver Technik erfolgen.

Hierzu wird oberhalb des Bauchnabels eine Arbeitshülse platziert. Die Bauchhöhle wird mit Gas aufgefüllt und über eine HD-Video-Einheit kann der intraabdominelle Situs dargestellt werden. Nun werden mindestens zwei weitere Arbeitshülsen im Bereich der Bauchhöhle platziert. Der Dünndarm kann nun komplett untersucht werden. Anschl. wird die Dünndarmaufhängung und die Blutgefäße freipräpariert und ggf. durchtrennt. Danach wird über einen kleinen Bergeschnitt die Dünndarmschlinge vor die Bauchdecke verbracht und das Dünndarmsegment kann offen reseziert werden. Die beiden Dünndarmenden werden nun offen anastomosiert (mittels Naht verbunden), danach wird der Dünndarm wieder in die Bauchhöhle verbracht.

Nach der Operation kann der Patient unmittelbar trinken. Der Kostaufbau wird ab dem ersten postoperativen Tag begonnen. In der Regel kann der Patient nach 3 – 5 Tagen aus der stationären Behandlung entlassen werden.

Sollten bösartige Tumoren im Dünndarm vorliegen oder die Situation vor der Operation unklar sein, wird die offene Operation mittels Leibschnitt durchgeführt.

Prinzipiell wird bei jedem Patienten anhand der präoperativen Befunde ein individuelles Behandlungskonzept erstellt.

 Behandlung bei Erkrankungen des Blinddarmes

Die häufigste Indikation zur Blinddarmentfernung stellt die akute Entzündung dar. Bei der akuten Blinddarmentzündung finden sich zunächst Schmerzen im Ober- und Mittelbauch, welche sich im Verlauf dann in den rechten Unterbauch verlagern. Neben diesen klinischen Symptomen findet sich oftmals laborchemisch eine Erhöhung der Entzündungszellen im Blut sowie ggf. im Ultraschall eine Wandverdickung des Blinddarmes. In unserer Klinik führen wir entweder umgehend oder nach einem konservativen Therapieversuch bei Verdacht auf eine akute Blinddarmentzündung zunächst eine diagnostische Laparoskopie in Narkose und dann ggf. simultan die Blinddarmentfernung durch.

Hierzu wird eine Arbeitshülse unterhalb des Nabels platziert. Es kann nun von hier aus die gesamte Bauchhöhle inspiziert werden. Sollte eine andere Ursache für die Beschwerden verantwortlich sein, so kann diese ebenfalls umgehend behandelt werden. Falls der Blinddarm entzündet ist, werden zwei weitere Arbeitshülsen im rechten und linken Unterbauch außerhalb des Sichtbereiches platziert. Der Blinddarm kann nun freipräpariert werden und er wird standardmäßig mit einem Klammernahtgerät abgesetzt. Danach wird er in einen Bergebeutel verbracht und aus der Bauchhöhle entfernt. Das Operationsgebiet wird danach endoskopisch gespült und in seltenen Fällen mit einer Drainage versorgt.

Nach der Operation wird rasch mit dem Kostaufbau begonnen, so dass der Patient in der Regel nach ein bis drei Tagen das Krankenhaus wieder verlassen kann. In seltenen Fällen wird in Abhängigkeit des Lokalbefundes für einige Tage eine Antibiotikatherapie fortgeführt.

In den allermeisten Fällen ist die akute Blinddarmentzündung so behandelbar. In einigen wenigen Fällen muss der Eingriff jedoch konvertiert und der Blinddarm, ggf. auch weitere Darmabschnitte,  über einen Unterbauch-Mittelschnitt entfernt werden.

Die Vorteile des laparoskopischen Vorgehens liegen in der kompletten Beurteilbarkeit der Bauchhöhle, etwaige weitere krankhafte Befunde können so umgehend diagnostiziert und gleich fachgerecht behandelt werden.

Als Kontraindikationen für das laparoskopische Vorgehen sind ausgeprägte abdominelle Voroperationen zu nennen sowie eine deutliche Einschränkung der Herz-, Kreislauf- und der Lungenfunktion.

 Behandlung bei Erkrankungen des Dickdarms

a) Gutartige Erkrankungen

Bei gutartigen Erkrankungen im Bereich des Dickdarmes, wie Entzündungen (Divertikulitis, Colitis ulzerosa, etc.) oder gutartigen Geschwülsten (Polypen) müssen Teile oder auch der gesamte Dickdarm entfernt werden. Dieses Operationsverfahren werden in der Regel minimal invasiv durchgeführt und stellen heute das Standardverfahren dar.

Hierzu wird oberhalb des Nabels eine Arbeitshülse platziert und die Bauchhöhle mit Gas aufgefüllt. Dann kann über eine HD-Video-Einheit die intraabdominelle Situation dargestellt werden. Es werden nun mehrere Arbeitshülsen im Bereich der Bauchwand platziert. Danach wird der zu entfernende Dickdarmabschnitt freipräpariert und mittels endoskopischem Klammer-/Schneidegerät reseziert. Über einen Bergeschnitt, in den meisten Fällen im linken Unterbauch außerhalb des Sichtbereiches, wird der betroffene Darmabschnitt entfernt. Mit einem automatischen Klammernahtgerät werden die beiden Darmenden wieder verbunden.

Nach der Operation kann der Patient unmittelbar flüssige Kost zu sich nehmen. Der Kostaufbau wird rasch durchgeführt, so dass der Patient in der Regel nach 5 – 8 Tagen die stationäre Behandlung verlassen kann.

b) Bösartige Tumoren

Bei Vorliegen von bösartigen Geschwülsten im Bereich des Dickdarmes (Karzinome) ist ebenfalls eine Operation notwendig. Dieses Operationsverfahren werden in der Regel minimal invasiv durchgeführt und stellen heute das Standardverfahren dar.

Diese Operationen werden unter onkologischen Gesichtspunkten, genau wie beim offenen Vorgehen, durchgeführt.

Dies beinhaltet ein zentrales Absetzen der Blutgefäße nahe der Hauptschlagader sowie die systematische Entfernung von Lymphknoten entlang der Blutgefäßachsen.

Sollte dies nicht gewährleistet sein oder ist die Situation vor der Operation nicht eindeutig zu klären, wird das offene Operationsverfahren mit einem Leibschnitt durchgeführt. Bezüglich der onkologischen Radikalität werden bei den laparoskopischen Operationen keine Abweichungen vom offenen Vorgehen sowie den entsprechenden Leitlinien der Fachgesellschaften vorgenommen.

Vor und nach der Operation wird das Behandlungskonzept in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt.

In den neuesten Studien sind die minimal-invasiven Verfahren den offen Verfahren gleichwertig oder überlegen.

Zur Durchführung der Operation wird analog des Vorgehens bei gutartigen Erkrankungen oberhalb des Nabels eine Arbeitshülse platziert. In Abhängigkeit des zu entfernenden Dickdarmabschnittes werden weitere Arbeitshülsen platziert. Der Dickdarm wird nun freipräpariert und mit automatischen Klammernahtgeräten reseziert. Über einen Bergeschnitt, welcher in den meisten Fällen im linken Unterbauch angelegt wird, kann der betroffene Darmabschnitt entfernt werden.

Unmittelbar postoperativ kann der Patient flüssige Kost zu sich nehmen. Der Kostaufbau wird rasch durchgeführt und nach ca. 5 – 8 Tagen kann der Patient aus stationärer Behandlung entlassen werden.

Nach der Operation werden weitere ergänzende Behandlungsschritte, wie z.B. eine Chemotherapie, nach Erhalt des feingeweblichen Befundes in unserer Tumorkonferenz besprochen.

 Behandlung bei Erkrankungen des Enddarms

Unter dem Begriff Enddarm sind die letzten 15 cm des Dickdarms bis zum After zu verstehen.

Im Enddarm können sich gutartige und bösartige Tumore entwickeln. Oftmals fallen diese Tumore durch Stuhlgangsunregelmäßigkeiten, Blutbeimengungen oder Schmerzen auf. Die genaue Diagnose wird durch eine Endoskopie (Darmspiegelung) mit Entnahme von Proben, und weitere bildgebende Verfahren, wie z.B. Ultraschalluntersuchung (Sonographie), Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) gestellt.

Bei gutartigen Erkrankungen in diesem Bereich, wie z. B. Polypen, können diese in den allermeisten Fällen durch eine Darmspiegelung entfernt werden.

Bei bösartigen Tumoren wird das weitere Vorgehen in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Es wird hier für jeden Patienten ein individuelles Therapiekonzept erstellt.

Bei größeren Tumoren wird vorher eine sogenannte adjuvante Radio-/ Chemotherapie durchgeführt. Diese wird in mehreren Zyklen über mehrere Wochen verabreicht. Hierdurch soll der Tumor zerstört oder verkleinert werden. Danach erfolgt dann die eigentliche Operation.

Je nach Lage und Größe des Tumors ist eine laparoskopische Entfernung des betroffenen Enddarmabschnittes möglich. In den allermeisten Fällen gelingt dies kontinenzerhaltend, d.h. ohne künstlichen Darmausgang.  Ein künstlicher Darmausgang muss nur für eine kurze Zeit, in der Regel 6-9 Wochen, als sogenanntes „protektives Stoma“ angelegt werden, um die Nahtverbindung am Enddarm bis zur vollständigen Heilung zu schützen. In einer kleinen zweiten Operation wird dieses protektive Stoma dann nach 6-9 Wochen wieder beseitigt.

Laparoskopische Operationen am Enddarm werden unter onkologischen Gesichtspunkten, genau wie beim offenen Vorgehen, durchgeführt.  Dies beinhaltet ein zentrales Absetzen der Blutgefäße nahe der Hauptschlagader sowie die systematische Entfernung von Lymphknoten entlang der Blutgefäßachsen. Die den Enddarm umgebende Fetthülle, das sogenannte Mesorektum, wird ebenfalls komplett mit entfernt.

Sollte dieses Vorgehen nicht zu gewährleisten sein oder ist die Situation vor der Operation nicht eindeutig zu klären, wird das offene Operationsverfahren mit einem Leibschnitt durchgeführt. Bezüglich der onkologischen Radikalität werden bei den laparoskopischen Operationen keine Abweichungen vom offenen Vorgehen sowie den entsprechenden Leitlinien der Fachgesellschaften vorgenommen.
Vor und nach der Operation wird das Behandlungskonzept in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt.

Zur Durchführung der Operation wird analog des Vorgehens bei gutartigen Erkrankungen oberhalb des Nabels eine Arbeitshülse platziert. In Abhängigkeit des zu entfernenden Enddarmabschnittes werden weitere Arbeitshülsen platziert. Der Dickdarm wird nun freipräpariert und mit automatischen Klammernahtgeräten reseziert. Über einen Bergeschnitt, welcher in den meisten Fällen im linken Unterbauch angelegt wird, kann der betroffene Enddarmabschnitt entfernt werden.

Unmittelbar postoperativ kann der Patient flüssige Kost zu sich nehmen. Der Kostaufbau wird rasch durchgeführt und nach ca. 5 – 8 Tagen kann der Patient aus stationärer Behandlung entlassen werden.
Nach der Operation werden weitere ergänzende Behandlungsschritte, wie z.B. eine Chemotherapie, nach Erhalt des feingeweblichen Befundes in unserer Tumorkonferenz besprochen.

 Behandlung bei Erkrankungen des Afters

Die Austrittsöffnung des Darmes an die Körperoberfläche wird als After bezeichnet. Durch ein komplexes Zusammenspiel von Nervenbahnen und Muskulatur, den sog. Schließmuskeln, und einem komplexen anatomischen Aufbau, wird die Stuhlkontinenz des Menschen erreicht. In diesem sensiblen Bereich kann es zu einer Vielfalt an Erkrankungen kommen, die oftmals aus Schamgefühl,  zu einer verspäteten Arztkonsultation führen.

Besonders zu erwähnen sind periproktitische Abszesse, Analfissuren, Hämorrhoidalleiden, Analvenenthrombosen, Tumore, etc..

Bei Beschwerden wie z.B. Stuhlgangsunregelmäßigkeiten, Schmerzen, Blutauflagerungen, Bemerken von Verhärtungen, etc. ist eine umgehende und weiterführende Diagnostik notwendig. Neben der genauen Anamnese der Patientenbeschwerden ist die klinische Untersuchung, ggf. durch bildgebende Verfahren ergänzt, notwendig, um rasch zu einer Diagnose und Therapie zu kommen.

Bei Beschwerden ist eine Terminvereinbarung in unserer Sprechstunde, bei Notfällen die Vorstellung in unserer NFA jederzeit möglich.

 Behandlung von Leisten- und Schenkelhernien in konventioneller und minimal-invasiver Technik

Bindegewebsbrüche (Hernien) sind eine häufig anzutreffende Erkrankung. Sollten diese Bindegewebsbrüche im Bereich der Leiste auftreten, spricht man je nach der Lokalisation von einer Leistenhernie oder auch von einer Schenkelhernie. Die sehr viel häufiger anzutreffende Leistenhernie ist bei Männern deutlich häufiger als bei Frauen (Verhältnis ca. 9 / 1). Schenkelhernien sind insgesamt sehr viel seltener, kommen bei Frauen aber öfter vor.

Liegt eine symptomatische Leisten- oder Schenkelhernie vor, sollte diese operativ versorgt werden.

Es stehen sehr viele verschiedene Operationsverfahren zur Leistenhernienreparation zur Verfügung.
In den letzten Jahren haben sich die Operationsverfahren mit Netzimplantation, egal ob offen oder endoskopisch eingebracht, flächendeckend durchgesetzt, da so die Rezidiv-Häufigkeit gesenkt und die Krankheitsdauer verkürzt werden konnte (Ausnahme: Leistenbrüche bei Kindern und Heranwachsenden).

Zum einen gibt es die konventionellen oder offenen Verfahren mit Netzimplantation (z.B. Operation nach Lichtenstein) und ohne Netzimplantation  (z.B. nach Shouldice). Die Verfahren ohne Netzimplantation haben heutzutage keine wesentliche Bedeutung mehr.

Bei den offenen Operationsverfahren wird ein Schnitt in der Leiste gemacht und die Bauchwandlücke wird durch eine direkte Naht verschlossen. Bei nahezu allen Patienten wird dann noch ein Kunststoffnetz auf die Bauchwand aufgebracht, welches einheilt und der Leistenregion zusätzliche Stabilität verschafft.

Bei den endoskopischen Operationsverfahren wenden wir die Netzimplantation in TEPP-Technik an. Hierzu wird in minimal-invasiver Technik ein Kunststoffnetz zwischen dem Peritonealsack und der eigentlichen Bauchwand positioniert.

Zur Durchführung dieser Operation wird eine Arbeitshülse unterhalb des Bauchnabels platziert. Zwei weitere Arbeitshülsen, zwischen Bauchnabel und Schambein mittig gelegen, dienen der Einführung der Arbeitsinstrumente und des Kunststoffnetzes.

Es wird nun zwischen dem Eingeweidesack (Peritonealsack) und der eigentlichen Bauchwand bis in die Leistenregion vorpräpariert. Nun wird die Ausstülpung des Eingeweidesackes aus der Leiste herausgezogen und hier ein Kunststoffnetz eingebracht, welches ein erneutes Auftreten einer Hernie verhindert. Bei  beidseitigen Leistenhernien können diese in einer Operation versorgt werden.

Nach beiden Operationsverfahren hat der Patient 24 Stunden eingeschränkte Bettruhe, die Entlassung erfolgt bei beiden Operationsverfahren am ersten oder spätestens zweiten Tag nach der Operation. Die volle Belastungsfähigkeit ist nach ungefähr einer Woche wiederhergestellt.

In der Notfallsituation mit akuter Einklemmung wird oftmals das konventionelle Verfahren mit einem Leistenschnitt gewählt.

Das am besten geeignete Operationsverfahren wird im Rahmen des Vorgespräches mit dem Patienten für den jeweils einzelnen Patienten festgelegt.

 Behandlung von Nabelhernien in konventioneller und minimal-invasiver Technik

Bei vielen Patienten kann eine Hernie im Bereich des Bauchnabels entstehen. Im Laufe der Zeit kann sich die Bruchlücke deutlich vergrößern.  Hier können dann Schmerzen auftreten und es können sich Bauchorgane einklemmen.

Je nach Größe der Nabelhernie wird diese durch eine direkte Naht verschlossen. Dies ist aber nur bei sehr kleinen Hernien möglich. Bei allen anderen Hernien wird die Bruchlücke durch eine Naht verschlossen und die Bauchwand durch die Implantation eines Kunststoffnetzes verstärkt. Eine Möglichkeit ist, das das Netz von außen über einen Hautschnitt eingebracht wird. Es heilt im Verlauf in die Bauchwand ein und gibt dieser eine zusätzliche Stabilität.

Nabelhernie können bei vielen Patienten auch  laparoskopisch in IPOM-Technik (Intra Peritoneales Onlay Mesh) operativ versorgt werden.

Zur Durchführung der Operation wird eine Arbeitshülse in der Bauchwand platziert und die Bauchhöhle mit Gas aufgefüllt. Nun kann zunächst über die HD-Video-Einheit die intraabdominelle Situation geklärt werden. Es  werden weitere Arbeitshülsen platziert. Nun wird der Bruch von innen dargestellt und ein ausreichend großes Kunststoffnetz, welches in das Gewebe einheilt, platziert. Es wird mit resorbierbaren Klammern fixiert.

Die Dauer des stationären Aufenthaltes ist kurz und wird im Einzelfall entschieden.

Das optimale Vorgehen wird im Vorgespräch mit dem Patienten festgelegt.

 Behandlung von Narbenhernien in konventioneller und minimal-invasiver Technik

Nach abdominellen Voroperationen kann es zu Lücken in der Bauchwand, sog. Narbenbrüchen oder auch Narbenhernien kommen. Hier können Schmerzen auftreten, und es können sich Bauchorgane einklemmen. Dies ist eine lebensbedrohliche Situation und kann zu einer Notfalloperation führen. Im Laufe der Zeit werden die Defekte in der Bauchwand auch immer größer und eine operative Versorgung wird immer schwieriger. Das Vorhandensein einer Narbenhernie stellt somit in den allermeisten Fällen die Indikation für eine Operation dar.

Narbenbrüche können bei vielen Patienten laparoskopisch in IPOM-Technik (Intra Peritoneales Onlay Mesh) operativ versorgt werden.

Zur Durchführung der Operation wird in Abhängigkeit von der Voroperation eine Arbeitshülse in der Bauchwand platziert und die Bauchhöhle mit Gas aufgefüllt. Nun kann zunächst über die HD-Video-Einheit die intraabdominelle Situation geklärt werden. Es  werden weitere Arbeitshülsen platziert und ggf. zunächst Verwachsungen gelöst. Nun wird der Bruch von innen dargestellt und ein ausreichend großes Kunststoffnetz, welches in das Gewebe einheilt, platziert. Es wird mit resorbierbaren Klammern fixiert.

Während und nach der Operation wird eine Antibiotikatherapie durchgeführt.

Der Kostaufbau wird schnell begonnen, der Patient kann in der Regel nach 2 – 5 Tagen das Krankenhaus verlassen.

Als Vorteile sind die kleinen Wunden, die schnelle Rekonvaleszenz und die sichere Versorgung der Narbenhernie mit einem Kunststoffnetz anzusehen.

Problematisch ist das Verfahren bei sehr großen und komplexen  Narbenhernien. Hier ist oftmals ein offenes Operationsverfahren notwendig. Hierbei wird die Bauchwandlücke dargestellt und es wird immer ein Kunststoffnetz, welches in die Bauchwand einheilt und dieser zur Stabilität verhilft, eingebracht. Komplexere Hernien und auch Rezidivhernien können so behandelt werden. Nach der Operation werden Drainagen zur Wundsekretableitung eingebracht. Die Antibiotikagabe wird zur Verhinderung eines Infektes vor der Operation begonnen und in der Regel bis zu drei Tage nach der Operation fortgeführt.

Das optimale Vorgehen wird im Vorgespräch mit dem Patienten festgelegt.

 Behandlung bei Erkrankungen der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüse

Die Schilddrüse ist ein paarig angelegtes Organ im Hals neben der Luftröhre. Sie produziert für den Menschen lebenswichtige Hormone, die über einen Regelkreis kontinuierlich im Blut gemessen und abgegeben werden. Neben den beiden Schilddrüsenlappen finden sich noch die vier Nebenschilddrüsen, die den Kalziumstoffwechsel im Blut regulieren.

Bei auffälligen Befunden in der Schilddrüse (z. B. Schilddrüsenknoten) oder der Nebenschilddrüse (z.B. hormonaktive gutartige Tumore) werden vor der Operation mit dem Patienten alle Befunde durchgesprochen oder hier im Haus ergänzende Untersuchungen durchgeführt. Zu diesen Untersuchungen zählen die klinische Untersuchung, die Ultraschalluntersuchung, Hormonwertbestimmungen im Blut, Stoffwechseluntersuchungen und weitere bildgebende Verfahren wir z.B. Kernspintomographie oder Computertomographie.

Je nach Befundkonstellation wird das individuelle Vorgehen festgelegt. Sollte eine Operation notwendig werden, so kann diese in ausgewählten Fällen minimal invasiv erfolgen.

Der Patient kann in der Regel ein bis zwei Tage nach der Operation das Krankenhaus verlassen. Das weitere Vorgehen ist in Abhängigkeit der Grunderkrankung sowie des histologischen Ergebnisses zu planen. Ggf. sind weitere Behandlungen oder eine Medikamenteneinnahme notwendig.

 Behandlung bei Erkrankungen der Nebenniere

Die Nebenniere ist ein hormonproduzierendes Organ, welches oberhalb der rechten und der  linken Niere liegt.

In den  Nebennieren kann es zum einen zu hormonproduzierenden Tumoren, welche massiv in den Stoffwechsel des Patienten eingriffen, kommen, zum anderen können sich Absiedlungen anderer Tumoren, sog. Metastasen in der Nebenniere bilden.

Bösartige Tumore, die von der Nebenniere ausgehen, sind selten.

In Abhängigkeit der Grunderkrankung ist entweder die Teilentfernung oder die gesamte Entfernung einer oder beider Nebennieren notwendig.

Zur Teil-  oder Komplettentfernung der Nebenniere stehen mehrere Operationsverfahren zur Auswahl.
Die Nebenniere kann zum einen laparoskopisch über die Bauchhöhle entfernt werden.

Eine moderne Alternative stellt heute die minimal-invasive Entfernung der Nebenniere über den Rücken dar (sog. retroperitonealer Zugangsweg) dar.

Hierzu  wird der Patient in Narkose in Bauchlage verbracht und es werden insgesamt drei kleine Hautschnitte rechts oder links neben der Wirbelsäule angelegt und Arbeitstrokare platziert. Es kann nun über diesen Zugang die Nebenniere sehr gut dargestellt und teilweise oder auch ganz entfernt werden. Ggf. wird nach der Operation eine Drainage zur Ableitung von Wundsekret eingebracht.
Der Patient kann in der Regel nach zwei bis drei Tagen in Abhängigkeit der Grunderkrankung aus stationärer Behandlung entlassen werden. Da bei diesem Eingriff nicht über die Bauchhöhle operiert wird, kann zügig mit dem Kostaufbau begonnen werden.

Das genaue Operationsverfahren wird mit jedem einzelnen Patienten in Abhängigkeit seiner Grunderkrankung festgelegt. Sollten hormonaktive Tumoren vorliegen, ist u.U. vor und nach der Operation eine stationäre Behandlung zur medikamentösen Einstellung notwendig. Sollten die Tumor > 10 cm sein, wird ggf. die laparoskopische oder die konventionelle, offene Operation durchgeführt.  Bei unklaren, großen Tumoren wird ebenfalls das offene Operationsverfahren gewählt.

 Behandlung bei Sodbrennen

Der Reflux von im Magen produzierter Magensäure in die Speiseröhre  entsteht i.d.R. bei Zwerchfellbrüchen (Hiatushernien). Hier ist der Verschlussmechanismus zwischen dem unteren Ende der Speiseröhre und dem Mageneingang gestört, so dass die Säure ungehindert in die Speiseröhre aufsteigen kann und hier die typischen Symptome hervorruft. Diese sind chronisches Sodbrennen, Druckgefühl und Schmerzen. Langfristig kommt es zu einer Veränderung der Zellen im unteren Ende der Speiseröhre, die ein erhöhtes Karzinomrisiko nach sich zieht.

Die Refluxkrankheit kann man zum einen mit Tabletten, sogenannten Protonenpumpeninhibitoren, zum anderen durch eine operative Korrektur am Verschlussmechanismus zwischen der Speiseröhre und dem Magen behandeln.

Vor einer Operation wird eine Magenspiegelung, eine pH-Metrie (Säuremessung in der unteren Speiseröhre) und Manometrie (Kontraktionsmessung der Speiseröhre) durchgeführt.
Danach wird das individuelle, optimale Behandlungsverfahren für jeden einzelnen Patienten ausgewählt und mit diesem besprochen.

Das laparoskopische Vorgehen ist hier das operative Standardverfahren. Hierzu wird oberhalb des Bauchnabels eine Arbeitshülse platziert. Danach werden insgesamt vier weitere Arbeitshülsen im rechten und linken Oberbauch sowie im rechten und linken  Mittelbauch platziert. Nun kann von der Bauchhöhle aus der Zwerchfelldurchtritt der Speiseröhre dargestellt werden. Die Speiseröhre wird anschl. weit in den Brustkorb mobilisiert, so dass der Übergang der Speiseröhre in den Magen in der Bauchhöhle wieder zu liegen kommt. Die eigentliche Durchtrittsstelle wird nun mit Nähten eingeengt und es wird noch zur Sicherung der Magenfundus um den Mageneingang herumgeschlagen (Fundoplikatio). Das genaue Operationsverfahren wird durch die präoperative Diagnostik festgelegt.
Sollten der Zwerchfellbruch eine gewissen Größe überschreiten oder sind die Zwerchfellnahtlager nicht ausreichend stark, wird ein Kunststoffnetz zur Verstärkung eingebracht.

Gegen Ende der Operation wird durch die Narkoseärzte eine entlastende Magensonde für 24 Stunden im Magen platziert. Nach der Operation wird der Kostaufbau zügig begonnen und der Patient kann i.d.R. nach 3 bis 5  Tagen aus der stationären Behandlung entlassen werden. Im weiteren Verlauf wird durch die Einengung des Zwerchfelldurchtrittes das Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre verhindert.

Sollte der Zwerchfelldurchtritt sehr groß sein, so können auch große Anteile des Magens oder anderer Bauchorgane in den Brustkorb verlagert sein. Auch dieses Krankheitsbild ist durch die laparoskopische Operation behandelbar. Hier werden zunächst vor der Einengung des Zwerchfelldurchtrittes die entsprechenden Organanteile in die Bauchhöhle zurückverlagert. Ansonsten entspricht das Vorgehen dem oben genannten Vorgehen.

 Portimplantationen

Im Rahmen von onkologischen Behandlungen werden oft Chemotherapeutika als Infusionen über die Venen des Patienten verabreicht. Diese Medikamente können die Blutgefäße, über die sie verabreicht werden,  stark reizen. Daher ist es in vielen Fällen sinnvoll, wenn man ein sog. Portsystem implantiert. Das Portsystem besteht aus einer kleinen Kunststoffkammer, die mit einem Schlauch verbunden ist. Die Kammer wird unterhalb des Schlüsselbeins unter der Haut platziert. Der Schlauch kann dann über die Schlüsselbeinvene unter Röntgenkontrolle bis vor das Herz vorgeschoben werden. Dann kann man die Portkammer von außen tasten und mit einer speziellen Nadel punktieren. Darüber kann dann das zu verabreichende Medikament gegeben werden.

Der Eingriff wird in lokaler Betäubung durchgeführt und dauert ca. 20 Minuten.

 Katheterimplantation zur Bauchfelldialyse

Bei Nierenfunktionsstörungen können die Nieren das Blut nicht mehr ausreichend reinigen. Die Ursache dieser Funktionsstörungen ist sehr unterschiedlich. Sie können z.B. als Folge einer Infektion der Nieren oder auch als Fehlfunktion des Immunsystems auftreten.

Zur Entgiftung des Blutes stehen mehrere Verfahren zur Verfügung, wie z.B. die Hämodialyse oder aber auch die Bauchfelldialyse. Bei  der Bauchfelldialyse wird über einen im Unterbauch eingebrachten Kunststoffkatheter Dialyseflüssigkeit in die Bauchhöhle eingebracht. Nach einer definierten Zeit wird diese Flüssigkeit abgesaugt und somit das Blut über das Bauchfell gereinigt. Dieser Vorgang wird pro Dialysesitzung mehrfach hintereinander wiederholt.

Der benötigte Katheter wird über einen kleinen Schnitt im Unterbach in die Bauchhöhle platziert und im Mittelbauch ausgeleitet. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Die stationäre Behandlung ist auf wenige Tage reduziert.

 Behandlung von Notfällen

In der Abteilung für Viszeralchirurgie des Bergmannsheils können jederzeit Notfälle konservativ oder auch operativ  behandelt werden. Als exemplarische Beispiele für solche Notfälle seien die Blinddarmentzündung, die Gallenblasenentzündung, der Darmverschluss, die Magenperforation, Abszesse jeglicher Art und eingeklemmte Leisten-, Nabel- oder Bauchwandbrüche genannt.

Das gesamte diagnostische und therapeutische Spektrum steht jederzeit zur Verfügung. Nach dem ärztlichen und pflegerischen Erstkontakt in der Notfallaufnahme (sog. NFA) wird die notwendige Diagnostik unverzüglich eingeleitet. Parallel beginnt hier schon die Therapie, wie z.B. Schmerztherapie, Antibiotikagabe, etc..

Nach Abschluss der Diagnostik erfolgte  durch den diensthabenden Viszeralchirurgen die Festlegung der weiteren Behandlung. Ob eine konservative Therapie oder eine operative Therapie erfolgen muss, wird hier unmittelbar festgelegt.

 Chirurgische Intensivmedizin

Die Chirurgische Intensivstation  umfasst 13 Betten und ist integraler Bestandteil der Chirurgischen Klinik. Die Patienten der Abteilung für Viszeralchirurgie werden, sollte es eine medizinische Notwendigkeit geben, hier oder auf der Intermediärstation, welche über 20 Betten verfügt,  behandelt. Die Ärzte der Abteilung für Viszeralchirurgie verfügen über eine entsprechende intensivmedizinische Expertise  und können mit dem pflegerischen und ärztlichen Team der Intensivstation die Patienten optimal behandeln.

 Ambulante Operationen

Kleinere chirurgische  Eingriff können auch ambulant durchgeführt werden. Für diese Eingriffe wird der Patient nach Termin einbestellt und kann nach der Operation das Krankenhaus noch am gleichen Tag verlassen. Ob der geplante Eingriff hierfür geeignet ist, wird in dem Vorgespräch mit dem Patienten geklärt.

  Leitender Arzt

Dr. med. Ralf A. Nettersheim

Chirurgische Universitätsklinik und Poliklinik - Abteilung für Viszeralchirurgie

Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil

Bürkle-de-la-Camp-Platz 1

44789 Bochum

Sekretariat:
Tina Gehrke

  0234-302-3035   0234-302-6491   viszeralchirurgie@bergmannsheil.de