Abteilung für Klinische Chemie, Immunologie und Hämostaseologie

 Klinische Chemie

Die Klinische Chemie untersucht die funktionellen Zusammenhänge im Organismus. Es werden mit chemischen, physikalischen und biologischen Methoden spezifisch Elektrolyte, Enzymaktivitäten und Proteinkonzentrationen bestimmt. Die Spezielle Klinische Chemie beschäftigt sich insbesondere mit der Analyse von Tumormarkern, Hormonen und speziellen Proteinen.

Leistungsumfang (jährlich)

  • Rund 1,2 Millionen patientenbezogene Befunde

Im Einzelnen können Sie das Leistungsspektrum der Klinischen Chemie dem aktuellen Diagnostikprogramm entnehmen. Die Leistungen der Klinischen Chemie sind in der 2. Spalte mit "KL" gekennzeichnet.

 Hämostaseologie

In der Hämostaseologie werden Analysen zur Untersuchung des plasmatischen und thrombozytären Gerinnungssystems durchgeführt. Diese Analysen dienen der Diagnostik beziehungsweise dem Ausschluss einer Blutungsneigung oder einer Thromboseneigung. Der Abteilungsleiter verfügt über eine persönliche Ermächtigung der KV Westfalen-Lippe zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung. So können unter anderem auf Überweisung von zugelassenen Vertragsärzten bei ambulanten Patienten spezielle Gerinnungsuntersuchungen zur Abklärung von Blutungsleiden oder Thrombosen in der Abteilung durchgeführt werden. Eine Terminabsprache zur Patientenvorstellung kann über das Sekretariat des Institus oder direkt über den Abteilungsleiter erfolgen. In der Diagnostik werden dabei insbesondere die folgenden Analysen und Verfahren angewandt:

  • Bestimmung sämtlicher Einzelfakoren im intrinsischen und extrinsichen Gerinnungssystem
  • Bestimmung der Inhibitoren Protein C, Protein S und Antithrombin
  • Bestimmung von Lupus-Antikoagulanzien und Anti-Cardiolipin-Antikörpern
  • Bestimmung von Inhibitoren gegen Gerinnungsfaktoren
  • Faktor V-Leiden-PCR und PCR für Prothrombinpolymophismus G20201A
  • Bestimmung von Ristocetin-Co-Faktor und von-Willebrand-Antigen bei V.a. von-Willebrand-Sydrom
  • Thrombozytenfunktionsdiagnostik
  • Nachweis einer Clopidogrel- oder eines ASS-Non-Response
 Infektionsserologie, Immunologie und Autoimmundiagnostik

Die Infektionsserologie und Autoimmundiagnostik befassen sich mit der Erkennung von immunologischen Veränderungen der normalen Serumbeschaffenheit. In der Infektionsserologie ist dies in erster Linie die Bestimmung von Antikörpern bei Infektionskrankheiten. Die Autoimmundiagnostik erfasst im Wesentlichen Antikörper, die mit bestimmten Autoimmunerkrankungen assoziiert sind.

Untersuchungsspektrum

Mittels ELISA-Verfahren sowie vollmechanisierter Chemilumineszenz-Immunoassaysystemen (Beckman Coulter DxI800) wird die spezielle Virusserologie abgedeckt

EBVMasern
HSV

Mumps

VZVFSME
CMVHIV
RötelnHepatits-Serologie

Weitere infektionsserologische und autoimmundiagnostische Analysen (siehe unten) werden manuell durchgeführt, wobei folgende Verfahren zum Einsatz kommen: ELISA, KBR, Widal-Reaktion, Hämagglutionationstest, Blot-Technik und indirekte Immunfluoreszenz (IFT).

ChlamydienAdenovirus
Candida, AspergillusInfluenza A und B
MykoplasmenParainfluenza 1-3
TPHAANA
Campylobacter coli und. JejuniANCA
ShigellenASMA
YersinienAPCA
SalmonellenAMA
BorrelienLKM
ToxoplasmoseSLA

Darüber hinaus umfasst das Spektrum den qualitativen Nachweis von Hepatitis C-Virus mittels PCR sowie die HCV-Genotypisierung.

 Molekularbiologie (PCR)

Die molekularbiologische Diagnostik bedient sich der PCR-Technik zum Nachweis von Veränderungen des menschlichen Genoms, denen Erkrankungen zugrunde liegen (Faktor-V-Leiden, Faktor II-Mutation, Apolipoprotein-E-Genotypisierung) sowie dem Nachweis von Fremderbgut im Blut zur Diagnostik von Infektionen (Hepatitis C). Mittels PCR-Technik wird zunächst durch Amplifikation die Konzentration des gesuchten Erbguts (DNA, RNA) erhöht und anschließend nachgewiesen. Dabei werden durch die Abteilung für Klinische Chemie, Immunologie und Hämostaseologie die folgenden Untersuchungen angeboten:

  • Faktor-V-Leiden-Mutation
  • Faktor II-Mutation (Prothrombinpolymorphismus G20201A)
  • Apo E-Genotypisierung
  • HFE-Mutation (Hereditäre Hämochromatose)
  • Hepatitis C-PCR

Bitte beachten Sie, dass bei der Anforderung der oben genannten genetischen Untersuchungen (mit Ausnahme der Hepatitis C-PCR) eine Aufklärung und Einwilligung des Patienten gemäß Gendiagnostikgesetz vorliegen muss. Entsprechende Aufklärungsfomulare stellt die Abteilung auf Anfrage zur Verfügung.

 Gerinnungsambulanz

Blutgerinnungsstörungen können in Form einer gesteigerten Blutungsneigung auftreten oder aber als gesteigerte Blutgerinnung mit der Folge von Thrombosen, Embolien sowie Fehlgeburten. Einige dieser Störungen können vererbt, also genetisch bedingt sein, oder sich im Laufe eines Lebens entwickeln. Die Diagnostik solcher komplexer Blutgerinnungsstörungen beinhaltet die genaue Anamnese des Patienten und Laboranalysen verschiedener Blutgerinnungsparameter durch eine venöse Blutentnahme. Häufige Fragestellungen in unserer Gerinnungsambulanz sind:

  • Untersuchung, Betreuung und Überwachung von Patienten mit Blutungs- oder Thromboseneigung
  • Betreuung und Überwachung von Patienten unter blutgerinnungshemmender Therapie
  • (z.B. Marcumar oder neue orale Antikoagulantien)
  • Abklärung einer Blutungs- oder Thromboseneigung vor einer Operation
  • Abklärung und Beurteilung auffälliger Laborwerte im Rahmen von Gerinnungsanalysen
  • Diagnostik und Therapieempfehlung bei Patientinnen mit wiederholten Fehlgeburten (Aborten)
  • Abklärung einer familiären Thrombosebelastung
  • Abschätzung des Thromboserisikos in der Schwangerschaft und Betreuung von Schwangeren mit erhöhtem Thromboserisiko
  • Überwachung der Wirksamkeit einer Thrombozytenaggregationshemmung
  • (ASS- oder Clopidogrel-Therapie)

Die Abteilung für Klinische Chemie, Immunologie und Hämostaseologie ist eine eigenständige Abteilung innerhalb des Instituts für Klinische Chemie, Transfusions- und Laboratoriumsmedizin. Sie wird seit dem 01.08.2008 ärztlich geleitet von Dr. med. Hugo Stiegler, Facharzt für Laboratoriumsmedizin, Bluttransfusionswesen und Hämostaseologie. Die Abteilung stellt die laboratoriumsmedizinische Krankenversorgung von Patienten des Bergmannsheil Bochum mit Leistungen aus den Bereichen Klinische Chemie, Immunologie, Hormone, Vitamine, Tumormarker, Arzneimittel, Gifte, Spurenelemente, automatisierte Infektionsserologie, Genomdiagnostik, Autoimmundiagnostik und Gerinnungsdiagnostik sicher. Der Abteilungsleiter verfügt über eine persönliche Ermächtigung der KV Westfalen-Lippe zur Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung. So können unter anderem auf Überweisung von zugelassenen Vertragsärzten bei ambulanten Patienten spezielle Gerinnungsuntersuchungen zur Abklärung von Blutungsleiden oder Thrombosen in der Gerinnungsambulanz (s.o.) durchgeführt werden. Eine Terminabsprache zur Patientenvorstellung kann über das Sekretariat des Institus oder direkt über den Abteilungsleiter erfolgen. Darüber hinaus verfügt der Abteilungsleiter über eine 4-jährige Weiterbildungs­ermächtigung der Ärztekammer Westfalen-Lippe für das Fachgebiet Laboratoriumsmedizin sowie über eine 6-monatige Weiterbildungs­ermächtigung für die Zusatzbezeichnung Hämostaseologie.

Darüber hinaus ist die Abteilung für die POCT-Diagnostik am Bergmannsheil Bochum zuständig. Diese wird im Bereich der Blutgasanalytik mit insgesamt 15 Geräten der Firma IL (GEM3000 und GEM4000) durchgeführt. Im Bereich der ambulanten Blutzuckerdiagnostik werden modernste Systeme der Firma NOVA (StatStrip) eingesetzt. Alle POCT-Geräte werden nach den Richtlinien der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung im medizinischen Labor kontrolliert und überwacht. Dazu sind die Geräte "Online" mit dem Labor und einer eigens dafür entwickelten Qualitätskontroll-Software der Firma Conworx (POCcelerator) vernetzt.

  Ärztlicher Leiter

Dr. Hugo Stiegler

Institut für Klinische Chemie, Transfusions- und Laboratoriumsmedizin
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

  0234-302-3552   0234-302-6651 hugo.stiegler­@bergmannsheil.de

  Leitende MTA

Simona Abidi

  0234-302-6641   0234-302-6666 simona.abidi@bergmannsheil.de