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Neue Therapieansätze gegen Muskelschwund entwickeln

heimer stiftung investiert 600.000 Euro in Stiftungsprofessur für Muskelforschung am Bergmannsheil

Menschen mit seltenen, bislang unheilbaren Muskelerkrankungen künftig wirksame Therapien anzubieten: Dieses Ziel vereint die heimer stiftung (Bielefeld) und die Neurologische Klinik am Bergmannsheil (Bochum) mit dem angeschlossenen Heimer Institut für Muskelforschung. Um die Muskelforschung am Heimer Institut weiter zu stärken, richtet die heimer stiftung eine Stiftungsprofessur an der Neurologischen Klinik im Bergmannsheil ein. Die Professur füllt Prof. Dr. Christoph Clemen aus, der als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet seltener Muskelerkrankungen gilt. Gemeinsam mit seinem wissenschaftlichen Team wird Prof. Clemen neue therapeutische Konzepte entwickeln, um in Zukunft betroffenen Patienten verbesserte Behandlungschancen zu eröffnen. Der finanzielle Aufwand, der mit der Einrichtung der Professur in den kommenden fünf Jahren verbunden ist, beläuft sich auf rund 600.000 Euro, die von der heimer stiftung getragen werden.

Langjährige Partnerschaft

„Menschen mit seltenen Muskelerkrankungen haben leider keine Lobby“, sagt Siegfried Heimer, der selbst seit seiner Geburt an Muskelschwund leidet und gemeinsam mit seiner Frau Irmgard Heimer die Stiftung gegründet hat. „Umso wichtiger ist es, durch bürgerschaftliches Engagement professionelle Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese Erkrankung irgendwann einmal heilen zu können.“ Ralf Wenzel, Geschäftsführer des Bergmannsheil, freut sich über das großzügige und dauerhafte Engagement der Stiftung: „Hochwertige medizinische Forschung ist sehr kostenaufwändig. Mit dem Heimer Institut und der heimer stiftung im Hintergrund können wir jetzt die notwendige Erforschung von Muskelschwund weiter intensivieren.“ Die heimer stiftung und die Neurologische Klinik des Bergmannsheil, die auch das Muskelzentrum Ruhrgebiet leitet, arbeiten bereits seit vielen Jahren zusammen und gründeten vor drei Jahren das Heimer Institut für Muskelforschung am Bergmannsheil (Leiter: Prof. Dr. Matthias Vorgerd). Das Institut bündelt die Forschungsaktivitäten der Klinik und erhält über die heimer stiftung regelmäßige Unterstützung zur Realisierung seiner Forschungsvorhaben.
 
Innovativ und hervorragend vernetzt

Durch die Einrichtung der „Stiftungsprofessur für Translationale Myologie“ erweitert das Heimer Institut sein Forschungsspektrum. Prof. Dr. Christoph Clemen wird hier seine besondere Expertise in den Bereichen Biochemie, Molekularbiologie und Zellbiologie einbringen. Der 41-jährige Wissenschaftler war zuvor lange Zeit an der Universität zu Köln beschäftigt. „Prof. Clemen ist in der Forschungslandschaft hervorragend vernetzt und bringt einen ganzen Strauß innovativer Ideen mit, um der Muskelschwundforschung am Bergmannsheil ganz neue Perspektiven zu eröffnen“, sagt Prof. Dr. Martin Tegenthoff, Direktor der Neurologischen Universitätsklinik.

Neuromuskuläre Erkrankungen: Komplexe Krankheitsformen

In Deutschland leiden schätzungsweise rund 100.000 Menschen an einer sogenannten neuromuskulären Erkrankung, die sich meist in Muskelschwund oder Muskelschwäche äußert. Die Symptome reichen von leichten bis schweren Bewegungseinschränkungen bis hin zu Atemaussetzern oder Herzschwäche. Viele Patienten sind im Verlauf ihrer Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen oder versterben frühzeitig. Häufig sind die Erkrankungen genetisch bedingt. Mittlerweile konnte eine Vielzahl verschiedener Krankheitsgene als Ursachen neuromuskulärer Störungen identifiziert werden. Im Muskelzentrum am Bergmannsheil werden derzeit jährlich rund 1.200 Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen versorgt. Im angeschlossenen Heimer Institut für Muskelforschung werden pro Jahr rund 200 Muskel- und Nervenbiopsien ausgewertet und die Ergebnisse für Forschungsarbeiten aufbereitet.

  Kontakt

Robin Jopp

Unternehmenskommunikation
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

  0234-302-6125 robin.jopp@bergmannsheil.de