Relevante Störungen

Die Beurteilung der Fahreignung basiert auf den  Vorgaben der Fahrerlaubnisverordnung (FeV), in der die „notwendigen körperlichen und geistigen Anforderungen“ zur Führung von Kraftfahrzeugen geregelt sind. Hierbei stehen weniger konkrete Erkrankungen oder Diagnosen als vielmehr Funktionseinschränkungen im Vordergrund.

Krankheiten des Nervensystems

Unfälle oder Erkrankungen wie Schlaganfall, Muskelerkrankungen, Nervenverletzungen, Querschnittsyndrom, Parkinson oder Multiple Sklerose können zu vorübergehenden oder bleibenden Einschränkungen der Fahreignung führen. Diese können durch Lähmungen, Störungen der Sensorik, der Koordination, zentral-bedingten Sehstörungen, Schwindel, Störungen des Gleichgewichtsinns, epileptischen Anfällen, hirnorganischen Psychosyndromen, dementiellen Syndromen, Spastik oder Tagesschläfrigkeit hervorgerufen werden.

Pharmakotherapie

Anders als beim Alkohol mit definierten Promillespiegeln gibt es keine allgemein gültigen Grenzwerte für die vielfältigen und vielfach in Kombination genutzten Substanzgruppen, bei denen generell eine Einschränkung der Fahrtauglichkeit angenommen werden kann („Schmerzmittel“ einschließlich Opioide, Antidepressiva, Schlafmittel, Antiepileptika, Spasmolytika etc.). Zudem sind Dosis, Abstand zum Fahrtbeginn und individuelle psychische und physische Faktoren zu berücksichtigen. Weiterhin ist zu bedenken, dass viele Medikamente erst durch ihre Wirkung eine Fahreignung ermöglichen können.

Schlafbezogene Störungen

Insbesondere die Tagesschläfrigkeit stellt einen großen Risikofaktor für die Fahreignung dar. Aus schlafmedizinischer Sicht können Erkrankungen wie Narkolepsie oder andere den Schlaf störende Faktoren (schlafbezogenen Atmungsstörungen wie OSAS, Beinbewegungen im Schlaf) eine Tagesschläfrigkeit hervorrufen.

Körperliche Beeinträchtigungen

Nach Unfällen oder im Rahmen von Erkrankungen kann es zu passageren oder bleibenden körperlichen Beeinträchtigungen kommen, die die Bedienung eines konventionellen Kraftfahrzeugs nicht mehr möglich machen. Durch eine individuelle Anpassung an Hilfsmittel und Zusatzeinrichtungen kann es möglich sein, wieder ein Kraftfahrzeug sicher führen zu können. Hierbei kooperieren wir mit erfahrenen und qualifizierten Fahrschulen und Werkstätten.

  Kontakt

Dr. Oliver Höffken

Neurologische Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

  0234-302-6812 oliver.hoeffken@bergmannsheil.de