Sicher am Steuer

Sicher am Steuer: Verkehrsmedizinische Testung

Wenn Versicherte der gesetzlichen Unfallversicherung nach einem Unfall oder einer Berufskrankheit wieder ins Berufsleben zurückkehren sollen, ist die Feststellung der Fahrtauglichkeit in vielen Fällen ein wesentlicher Aspekt der Wiedereingliederung.

Neben Unfallfolgen von Hirn- oder Rückenmarksverletzungen wie Störungen der Motorik, Sensorik oder Koordination kann das Fahrvermögen auch durch Einnahme von Medikamenten bei Schmerzen, Epilepsie oder Spastik, die im Rahmen der Behandlung eingenommen werden, erheblich beeinträchtigt sein. Unfallstatistiken besagen, dass annähernd jeder vierte Verkehrsunfall auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen ist. Ob und inwieweit die Versicherten in ihrer Fahrtauglichkeit eingeschränkt sind, lässt sich nicht ohne Weiteres feststellen. Zum einen gibt es unter Medikamenteneinfluss eine Vielzahl von möglichen Wirkmechanismen, zum anderen reagiert jeder Mensch anders auf Medikamente. Darüber hinaus kann es als Folge von Hirnverletzungen auch zur Epilepsie oder zu Einschränkungen der Konzentration und Auffassungsfähigkeit kommen, die die Fahrtauglichkeit beeinträchtigen können. Insbesondere im Rahmen von Wegeunfällen kann es zudem zu psychoreaktiven Störungen kommen, die Einfluss auf das sichere Führen von Fahrzeugen haben können.

Die Neurologische Klinik im Bergmannsheil stellt daher ein qualifiziertes verkehrsmedizinisches Testprogramm zur Verfügung. Es dient dazu, die Fahrtauglichkeit der Patienten fundiert abzuklären. Versicherte werden in der Regel ambulant vorgestellt. Je nach Fragestellung werden ein ärztliches Gespräch und eine Testung der psychophysischen Leistungsfähigkeit entsprechend den Vorgaben der Fahrerlaubnisverordnung durchgeführt. Abhängig von der Fragestellung, der zugrunde liegenden Ursache der Einschränkung oder den Auswertungsergebnissen wird die Testdiagnostik angepasst. In Hinblick auf die Kompensationsfähigkeiten kann im Einzelfall auch eine Fahrprobe erforderlich sein.

Am Ende steht eine fundierte verkehrsmedizinische Stellungnahme, in der die Fahrtauglichkeit des Versichertenauch bezogen auf die entsprechenden Fahrerlaubnisklassen beurteilt wird. Sie erlaubt es, die Wiedereingliederung zu optimierten und zum Beispiel notwendige Umschulungsplanungen frühzeitig zu identifizieren und in Gang zu setzen.

  Ansprechpartner

Priv.-Doz. Dr. Oliver Höffken

Neurologische Universitätsklinik und Poliklinik

Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil

Bürkle-de-la-Camp-Platz 1

44789 Bochum

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