Patienteninfo Phantomschmerzen

Phantomschmerzen sind bis heute eine rätselhafte Erkrankung. Hierunter versteht man Schmerzen in einem verlorenen Körperglied. Sie treten besonders häufig nach Verlust einer Hand, eines Armes, eines Fußes oder eines Beines auf. Diesen Schmerzen liegen Veränderungen im Gehirn zugrunde, das auf die Information aus der verlorenen Extremität mit Schmerzen reagiert.

Phantomschmerzen sind behandelbar. Hierfür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, die von der Verhaltenstherapie, der Physiotherapie, bis zu modernen Verfahren wie der Spiegeltherapie reichen. Hinzu kommt eine Vielzahl von im Einzelfall hochwirksamen Medikamenten, die der Arzt bei den Betroffenen einsetzen kann. Gegenwärtig ist es noch nicht möglich vorauszusagen, welche Schmerzmittel am besten bei den einzelnen Patienten wirken.

Können Phantomschmerzen von selbst verschwinden?

Phantomschmerzen können manchmal direkt nach einem Unfall auftreten und dann für viele Jahre den Patienten quälen. In anderen Fällen verschwinden diese Schmerzen mit und ohne Behandlung nach wenigen Wochen, können aber bei bestimmten Ereignissen (zum Beispiel bei einem Schlaganfall, einer erneuten Operation am Stumpf oder anderen Erkrankung) schlagartig wieder auftreten. Eine dauerhafte Beseitigung von Phantomschmerzen ist erfahrungsgemäß nicht möglich. Es ist allerdings oftmals erreichbar, dass die Phantomschmerzen in den Hintergrund treten und das Leben des Amputierten nicht zusätzlich belasten.

  Komm. Leitender Arzt

Dr. med. Dr. phil. Andreas Schwarzer

Universitätsklinik für Anästhesiologie, Intensiv- und Schmerzmedizin
Abteilung für Schmerzmedizin
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
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