Nanobiomaterialien

Sie gilt als eine Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts: die Nanotechnologie. Mit der Entwicklung von neuen Nano-Werkstoffen und Nano-Materialien werden heute große Hoffnungen verbunden.
Der Grund, warum sich die Wissenschaftler aus der Chirurgischen Forschung im Bergmannsheil mit nanopartikulärem Silber beschäftigen, ist nahe liegend: Die antimikrobielle Wirkung von Silber ist zwar schon sehr lange bekannt, der Siegeszug der Antibiotika hat die Anwendung von Silber im medizinischen Bereich aber fast vergessen lassen. Inzwischen haben viele Mikroorganismen, die als Problemkeime in Krankenhäuern zu finden sind, Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt. Diese Keime können lebensbedrohliche Infektionen hervorrufen. Daher sucht die Medizin mit Nachdruck nach Alternativen für einen Antibiotika-Einsatz oder Möglichkeiten, die Ausbreitung dieser Mikroorganismen einzudämmen. Hier bietet nanopartikuläres Silber eine neue Perspektive: Metallisches Nanosilber in Beschichtungen auf Kathetern, OP-Geräten, Sterilverpackungen oder auch Prothesen sind nur einige Beispiele. Die Vorteile der Nanopartikel sind durch ihre Winzigkeit gegeben: die kleinen Partikel besitzen im Vergleich zu großen Körpern eine riesige Oberfläche, von der kontinuierlich Silber freigesetzt wird und so das Wachstum der Mikroorganismen gehemmt werden kann.

Die Nanotechnologie bietet faszinierende neue Anwendungsmöglichkeiten und das Ziel unserer Arbeitsgruppe ist es, die Reaktion von Nanopartikeln mit körpereigenen Zellen in ihren Grundlagen zu verstehen. Technologische Entwicklungen können sich bei Erfolg schnell am Markt durchsetzen. Wir wollen nicht nur mögliche Risiken  erkennen, wir wollen auch durch ein besseres Verstehen neue und sichere Anwendungen für die Klinik finden.

  Leitung

Prof. Dr. Manfred Köller

Chirurgische Universitätsklinik -
Chirurgische Forschung
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

  0234-302-4750 manfred.koeller@bergmannsheil.de