Leistungsspektrum Herzchirurgie - Klappenchirurgie

Fehler der Herzklappen können angeboren oder erworben (degenerative Verkalkung, rheumatisches Fieber, bakterielle Entzündung, Herzinfarkt) sein. Anhand der Morphologie und Symptomatik unterscheidet man zwischen:

  • Klappenverengung (Stenose)  - das Blut staut sich vor der verengten Klappe
  • Schlussunfähige Klappe (Insuffizienz) – Blutrückstrom bei inkomplettem Schluss
  • Verengter und undichter Klappe (kombinierter Klappenfehler)
    (siehe hierzu Bilder 1-4)

Die Klappenchirurgie stellt einen der operativen Schwerpunkte am Berufsgenossenschaftlichen Klinikum Bergmannsheil dar. Wir behandeln Patienten aller Altersklassen. Hierbei kommen sowohl etablierte als auch innovative Operationsmethoden zum Einsatz:

  • Der Klappenersatz mit biologischer bzw. mechanischer Prothese

    • Standardverfahren bei degenerativen und entzündlichen  Klappenerkrankungen

  • Die klappenerhaltende Rekonstruktionschirurgie (Mitralklappenrekonstruktion, Rekonstruktion der Aortenklappe nach David).

    • Anwendung: erhaltene Morphologie der Klappentaschen  bzw. –Segel.
    • Vorteile der rekonstruktiven Verfahren: Verbesserte Hämodynamik, fehlende Antikoagulationspflicht, gutes Langzeitergebnis

  • Implantation autologer Transplantate und Spenderklappen (Ross-Operation)

    • Anwendung: jüngeren Patienten, bzw. Frauen mit noch bestehendem Kinderwunsch!

  • Transapikaler Aortenklappenersatz (TAVI) in minimalinvasivem Verfahren ohne Herz-Lungen-Maschinenanschluss

    • Anwendung: Betagte, gebrechliche Patienten mit schwerwiegenden Nebenerkrankungen und hohem operativen Risiko
    • Vorteile: kurze Implantationszeit ohne Anschluss der Herz-Lungen-Maschine, geringer postoperativer Katecholaminbedarf, rasche Rekonvaleszenz.

  • Die "nahtlose" Aortenklappe ("sutureless" Valve)

    • Technik: Bei nahtlos implantierten Aortenklappenprothesen handelt es sich um Bioklappen, die auf ein zusammenrollbares Gestell aufgezogen sind, das sich nach Entfernen einer Schutzhülse ausdehnt und fest in das umliegende Gewebe eindrückt, so dass die Klappe an Ort und Stelle fixiert wird. Die zur Implantation benötigte Zeit beträgt nur wenige Minuten.
    • Anwendung / Vorteile: Durch Zeitersparnis und die vereinfachte Implantation eignen sich diese Klappen besonders bei gleichzeitiger koronarer Revaskularisationspflichtigkeit bzw. bei Operationen mit minimal-invasivem Zugang („Schlüsselloch-Operationen“).

    (siehe hierzu die Bilder 5-9)