Transapikaler Aortenklappenersatz (Transapical Valve Implantation, TAVI)

Eine Innovation im Bereich der Klappeneingriffe stellt die transapikale Aortenklappenimplantation (TAVI) dar. Es handelt sich hierbei um ein minimal invasives Verfahren, das in einem Operationssaal mit hochqualitativer Durchleuchtungsanlage (Hybrid-OP) als interdisziplinärer Therapieansatz zwischen Herzchirurg, Kardiologe und Anästhesist durchgeführt wird.

Die TAVI-Methode:

Nach Narkoseeinleitung und Lagerung des Patienten erfolgt die Darstellung der Aortenwurzel (Klappenebene) unter Kontrastmittelapplikation via eines über die Leistengefäße eingebrachten Katheters. In einem weiteren Schritt wird über eine linksseitige anterolaterale Minithorakotomie (ca. 10 cm)  eine arterielle Schleuse über die Herzspitze in die linke Herzkammer eingebracht. Mittels eines Ballon-Katheters erfolgt sodann unter Durchleuchtung die Sprengung der nativen, verkalkten Aortenklappe. Die neue biologische Aortenklappe wird im Anschluss unter zeitweiligem induzierten Kammerflimmern über Herzspitze Röntgen- bzw. ultraschallgesteuert  implantiert

Diese TAVI-Methode ist mit einem erhöhten perioperativen Risiko behaftet, stellt jedoch insbesondere für ältere, polymorbide Patienten mit bereits erfolgten herzchirurgischen Eingriffen die schonendere Behandlungsstrategie dar. Aus diesem Grunde führen wir am Berufsgenossenschaftlichen Klinikum Bergmannsheil eine genaue Indikationsprüfung vor anstehender TAVI-Operation durch:


 Welcher Patient kommt wirklich in Frage, auf wen ist die neue Methode zugeschnitten?
  • Patienten mit deutlich fortgeschrittenem Patientenalter (derzeit 75 J. und älter)
  • Patienten mit kardialer Voroperation und reduzierter LV-Funktion
  • Patienten mit deutlich erhöhtem EURO Score (numeric >8, logistic >18%)
  • Patienten mit Kontraindikationen für die Verwendung der Herz-Lungenmaschine
  • Patienten mit hochgradig eingeschränkter Lungenfunktion
 Welche technischen Gegebenheiten / Voraussetzungen sollte der Patient mitbringen?
  • Weite des Aortenanulus sollte zwischen 19 - 26mm betragen (ECHO)
  • Abstand zwischen Koronarostien und Aortenanulus sollte > 8mm betragen
  • Kalzifikationen auf den Klappentaschen sollten Höhenniveau der Koronarostien nicht erreichen
  • Porzellan-Aorta ist Indikation zum transapikalen Aortenklappenersatz
  • Begleitende koronare Herzerkrankung sollte behandelt sein
 Welche Untersuchungen sind im Vorfeld eines transapikalen Aortenklappenersatzes erforderlich?
  • Herzkatheteruntersuchung
  • Echokardiographie
  • (ggfs. Computertomographie des Thorax und der Becken-Leistenetage)

  Direktor

Prof. Dr. Justus Strauch

Universitätsklinik für Herz- und Thoraxchirurgie
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

Sekretariat :
Madeleine van de Sand

  0234-302-6000   Befundanforderung 0234-302-6007   0234-302-6010 Sekretariat-HTC@bergmannsheil.de