Sehtherapie

Auch wenn Auge und Seh-Nerv vollkommen intakt sind, kann es zu Seh-Störungen kommen, wenn beispielsweise im Rahmen eines Schlaganfalls oder einer Schädel-Hirn-Verletzung unser Seh-Zentrum im Gehirn geschädigt wird. Dieses Seh-Zentrum liegt in den optischen Rinden-Feldern am hinteren Pol beider Großhirn-Hälften, weshalb bei entsprechender Schädigung dieser symmetrisch angelegten Rinden-Areale von einer sogenannten corticalen Sehstörung gesprochen wird. Häufigster Ausdruck einer solchen Seh-Störung ist der Ausfall einer Hälfte des Gesichtsfeldes auf beiden Augen. Dieser Zustand ist unseren Patienten erstaunlicherweise oft gar nicht bewußt. Erst durch die Tatsache, dass die Betroffenen beispielsweise häufig gegen Tür-Rahmen oder auch andere Gegenstände laufen, werden sie selbst auf diese Seh-Störung aufmerksam.

Schwerwiegender noch als halbseitige Gesichtsfeldausfälle ist die sogenannte corticale Blindheit, bei der beide optischen Rinden-Felder geschädigt sind. Diese Patienten können dann allenfalls noch Hell-/Dunkel- und Bewegungs-Reize erkennen. Eine spontane Besserung der Blindheit wird zwar innerhalb der ersten 3 Monate nach Ereignis gelegentlich beobachtet, nach Schlaganfall ist sie jedoch eher selten. Anders als bei Gesichtsfeld-Ausfällen wurde bisher kein Therapie-Verfahren zur Rückbildung dieser schwersten Form der corticalen Seh-Störung angeboten.

  Direktor

Prof. Dr. Martin Tegenthoff

Neurologische Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
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