Den Muskelabbau nach einer Brandverletzung unterbinden

Dr. Christoph Wallner erhält zwei Preise für Forschungen zur Verbrennungsmedizin

Dr. Christoph Wallner erhält den Harald-Selig-Preis der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung, Forschung und Prävention. Der Mitarbeiter der Klinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte am Bergmannsheil (Direktor: Prof. Dr. Marcus Lehnhardt) erforscht zentrale Stoffwechselprozesse, die bei Schwerbrandverletzten zum Abbau von Muskelmasse führen. In seiner prämierten Studie geht es um das Wechselspiel der Verbrennungskrankheit und des Muskelstoffwechsels in Hinblick auf den sogenannten Myostatin-Regelkreis: Bei Myostatin handelt es sich um ein Protein, das insbesondere den Muskelabbau fördert. In der Studie versuchte die Forschergruppe um Dr. Christoph Wallner den Muskelabbau durch eine Reduktion dieses Proteins zu hemmen. Die Preisverleihung fand statt auf der diesjährigen Tagung der Deutschsprachigen Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlungen (DAV) vom 9. bis 12. Januar 2019 in Schladming (Österreich).

Muskelabbau verschlechtert Heilungs- und Überlebenschancen

Die Arbeit der Arbeitsgruppe zeigt, dass in der Frühphase der Verbrennungskrankheit eine gegenregulatorische Reaktion zum Muskelabbau erfolgt, die also den Muskelaufbau fördert. Diese muskelschützende Phase kann aber nicht aufrecht erhalten werden, wodurch es zu einem Anstieg des untersuchten Proteins und folglich zu einem Muskelabbau kommt. Der Muskelabbau bei Schwerbrandverletzten führt zu einer Reihe negativer Folgen: Sie reichen von erhöhtem Infektionsrisiko und verlängerter Beatmung bis zur verzögerten  Rehabilitation und zum erhöhten Sterberisiko.

Früherkennung von Komplikationen nach Stromverletzung verbessern

Außerdem wurde Dr. Christoph Wallner für seinen Vortrag über einen neuen Marker ausgezeichnet, mit dem die Früherkennung des sogenannten Kompartmentsyndroms nach einer Stromverletzung verbessert werden kann. Diese akute Erkrankung tritt auf, wenn der Gewebsdruck durch die Verbrennung und deren Folgen zunimmt. Dann kommt es binnen Stunden zu einer Minderdurchblutung der betroffenen Gliedmaße. Diese kann schlimmstenfalls zum Absterben der kompletten Extremität führen. Eine frühe Erkennung des Kompartmentsyndroms ist daher enorm wichtig. Der nun entdeckte Marker kann im Blut des Patienten erfasst werden und frühzeitige Hinweise auf ein Kompartmentsyndrom liefern. Die Verleihung des Vortragspreis der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin erfolgte ebenfalls im Rahmen der diesjährigen DAV-Tagung.

Weitere Informationen:

Dr. Christoph Wallner
Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumoren
Bürkle de la Camp-Platz 1
44789 Bochum
E-Mail: christoph.wallner@bergmannsheil.de



  Direktor

Prof. Dr. Marcus Lehnhardt

Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Schwerbrandverletzte, Handchirurgiezentrum, Operatives Referenzzentrum für Gliedmaßentumoren
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

Sekretariat :
Iris Fiebig-Demirbag

  0234-302-6851   0234-302-6379 plastische-chirurgie@bergmannsheil.de