Hintergrund

Das Kompetenzzentrum für psychische Störungen nach Arbeitsunfällen

Versicherte nach Arbeitsunfällen mit körperlichen, organisch begründeten Gesundheitsschäden werden in aller Regel durch das über Jahre erfolgreich etablierte D-Arztverfahren kompetent behandelt. Im Laufe der letzten Jahre ist eine zunehmende Zahl psychischer Gesundheitsschäden nach Arbeitsunfällen zu beobachten (psychisches Trauma oder psychoreaktive Störung). Aktuell findet sich gerade bei psychischen Störungen eine zunehmende Zahl von langdauernden Heilverfahren mit oft frustranem Verlauf und unbefriedigendem Ergebnis.

Es ist allgemein bekannt, dass eine rasche Einleitung der notwendigen therapeutischen Maßnahmen solche langdauernden Verläufe verhindern kann und einer Chronifizierung vorbeugt. Die Erfahrung zeigt, dass die betroffenen Versicherten häufig -insbesondere auch aufgrund organisch nur schwer erklärbarer Schmerzsyndrome- von einem Arzt bzw. Psychologen zum nächsten geschickt werden, ohne dass ein gezieltes Heilverfahren eingeleitet wird bzw. ein therapeutischer Erfolg zu verzeichnen ist. Begleitend kommt es häufig zu auch juristisch geführten Auseinandersetzungen zwischen dem Versicherten und dem zuständigen Unfallversicherungsträger bezüglich des Unfallzusammenhangs und damit der Leistungspflicht des Unfallversicherungsträgers. Bei sehr medienwirksamen Erkrankungen, wie derzeit z.B. der posttraumatischen Belastungsstörung besteht leider auch die Gefahr einer Überschätzung und insbesondere eines Missbrauchs dieser Diagnose. Fehldiagnosestellungen können ebenso wie sozialrechtlicher Missbrauch nur durch frühzeitige fachkompetente Diagnostik verhindert werden.

In einem Zusammenschluss aus Neurologen, Psychiatern, Psychologen und Schmerztherapeuten entstand 2004 als ein Modellprojekt das "Kompetenzzentrum für psychische Störungen nach Arbeitsunfällen". Dieses Kompetenzzentrum befasst sich mit berufsgenossenschaftlich versicherten Unfallopfern, die im Rahmen eines Arbeitsunfalls ein Psychotrauma erlitten haben, oder bei denen sich ein auffällig langer Heilungsverlauf zeigt.

  Leitung

Prof. Dr. Martin Tegenthoff

Neurologische Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum

  0234-302-6810   0234-302-6888 martin.tegenthoff@bergmannsheil.de